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Alt 26.02.2009, 09:34   #1 (permalink)
Routinier
 
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Psycheps befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Der Mutmach-Thread

Ihr Lieben,
Angst, Furcht, Bammel, Mores, Schi%& - wer von uns kennt das nicht? Einige hatten Angst vor dem Rauchstopp, einige haben Angst vor einem Rückfall. Es gibt auch jede Menge alltägliche Situationen, vor denen es einen gruseln könnte. Mein Lieblingsthema: Zahnarzt.
Vielleicht können wir diesen thread nutzen, um uns selber und natürlich auch gegenseitig Mut zu machen? Und zwar, ohne zu werten - für jeden ist seine Angst schlimm, auch wenn das ein anderer nicht immer verstehen kann.

Ich mach mal den Anfang:

Ich müsste heute eine Arbeit abliefern, die ich nicht fertig gemacht habe. Ich kann mich nicht mal auf zu viel Streß rausreden - ich hatte einfach keinen Bock und hab verschoben und verschoben und verschoben.... Heute morgen bin ich aufgewacht und voller Schreck festgestellt:
Heute ist Donnerstag! Und Elke wartet auf die Liste! Schei&%%e!!!!

Ich hab total Schi&/ vor dem Gespräch und mache mir hier jetzt mal Mut: Normalerweise bin ich sehr zuverlässig und mache alle meine Aufgaben in der verlangten Zeit. Das ist das erste Mal. Elke ist zwar unsympathisch, aber eigentlich kein Monster. Sie wird mich schon nicht fressen. Ich hab noch Zeit bis 13 Uhr und kann einen Teil noch schaffen. Nur Mut, Psycheps! Nur Mut!!!!

Bange Grüße,
Psycheps
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Ich habe mich entschlossen, glücklich zu sein. Das ist besser für die Gesundheit. (Voltaire)
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Alt 26.02.2009, 09:52   #2 (permalink)
Raban
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Daumen hoch

Sehr guter Beitrag, liebe Marion.

Wir Menschen sind alle sehr unterschiedlich "gestrickt", wobei es natürlich "Schnittmengen" gibt, d.h. Muster der Verbundenheit, ähnliche Beweggründe.
Und doch sollte sich niemand erheben und die Psyche eines Menschen beurteilen, bewerten und dabei gar sie verhöhnen. Das alles gehört dazu, zur Würde des Menschen. Und selbstverständlich so auch die Ängste, die vielen Beweggründe, die uns veranlassen, uns zu schützen. Genau, Angst IST ein Schutz, der uns bewahren soll vor Anfeindungen jeglicher Art. Klar können und dürfen wir nicht ALLes, was wir tun, an der Angst "festmachen", weil wir sonst wie das Kaninchen gelähmt vor der Schlange verharren, bewegungslos, atemanhaltend, vor Angst erstarrt-nein, DAS kann es och nicht sein.
Aber die Seele muß sich selbst auch mal "baumeln lassen", dazu zählt auch Dein "kein Bock haben auf dies oder jenes"; sicherlich schieben wir meist die "unangenehmen Dinge" vor uns her, wie der notwendige Zahnarztbesuch beispielsweise oder die Dinge, die zu erledigen sind, die wir nicht so schrecklich gern machen. Und Mut machen, sich zu motivieren, IST eben die Balance vor der "angsterfüllten Erstarrung" und der Aktivität selbst. Es gilt somit, darauf zu achten, sich selbst treu zu bleiben MIT seinen Ängsten, aber auch MIT dem Vermögen, sich Mut zu machen und diesen auch anzunehmen und umzusetzen.

In diesem Sinne uns allen viel Mut in allen Lebenslagen...

LG Lotar
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Alt 26.02.2009, 10:02   #3 (permalink)
hexe_isora
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Hm, vielleicht sollte ich dir wünschen dass die "Elke" aus irgendeinem Grund heute nicht in der Arbeit ist Ansonsten: einfach erklären warum du es "vergessen" hast .... Wünsch dir ein möglichst angenehmes Gespräch
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Alt 26.02.2009, 12:24   #4 (permalink)
Uwe
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Ehrlich zu sein erfoerdt Mut. Aber letzten Ende... Ich denke (wie im obigen Beispiel) wird Elke wahrscheinlich eh vermuten, dass diese Arbeit nicht gemacht wurde wegen mangelnder Lust. Da ist dann die schonungslose Wahrheit vielleicht das beste Mittel, um böses Blut zu verhindern.

LG Uwe
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Alt 27.02.2009, 08:21   #5 (permalink)
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Guten Morgen, Ihr Lieben!
Das Gespräch hab ich gut hinter mich gebracht, ehrlich war ich auch. Hat auch was genützt, denn wir haben die Aufgabe ein klein wenig abgeändert, nun ist sie nicht ganz so doooooof mehr wie vorher.

Ich würde mich freuen, wenn der thread auch von Euch genutzt würde, denn jeder braucht manchmal Mut.
Liebe Grüße, Psycheps
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Alt 27.02.2009, 16:12   #6 (permalink)
frei.....
 
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Das freut mich für Dich, psycheps

Ich werde am Montag nachmittag mal wieder meinen ganzen Mut brauchen- es steht ein Zahnarzttermin an
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Liebe Grüsse von
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Alt 27.02.2009, 17:38   #7 (permalink)
Der Spananier
 
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Ich kann es nicht genau definieren, was es bei mir ist. Ist es Angst sind es Depressionen, oder vielleicht etwas von beidem ? Eher letzteres.
Bin durch das rauchen Berufsunfähigkeitsrentner und kämpfe zur Zeit um die Erwerbsunfähigkeit. Bei der BU-Rente ist das Einkommen so gering, das sich bei mir schon die massivsten Zukunftsängste breit gemacht haben. Ich weiss nicht,, ob ihr euch das vorstellen könnt. Ein Leben lang in Saft und Kraft und dann mit 46 Jahren vorbei. Nichts, nada, niente. Nix geht mehr. Und die Rente reicht nicht mal zum Leben. Ich kann meine Familie nicht am kacken halten. Wisst ihr, was das für ein erbärmliches Gefühl ist ? Meine Frau steht zwar hinter mir und sagt, dann geht sie halt putzen. Das lindert dann zwar den Geldmangel, aber ich komme mir dabei dann noch viel unnützer und unfähiger vor. Ich weiss, ich kann nichts dafür, aber sage das mal dem Unterbewusstsein. Das ist einfach nur schlimm schlimm schlimm.
Dann kommt noch eine weitere und sogar sehr egoistische Angst hinzu. Meine Frau ist und 19 Jahre älter wie ich, doch kommen mir jetzt schon die Gedanken und die Ängste vor dem alleine sein im Alter. Und im Normalfall wird es ja auch so sein bei dem Altersunterschied. Aber warum kommen solche Gedanken schon mindestens 20 Jahre bevor es biologisch logisch so weit ist. So tiefe Einblicke in meine Psyche habe ich bislang noch niemandem gegeben, ich weiss auch nicht, warum jetzt, aber irgendwie war mir danach.

LG
Uwe
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Alt 28.02.2009, 01:37   #8 (permalink)
hexe_isora
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@psycheps: *mitfreu* dass das Gespräch gut gelaufen ist
@Uwe: danke für deine Ehrlichkeit und ich kann dich zum Teil sehr gut verstehen ... ich war durch mein Rheuma gezwungen meinen Beruf aufzugeben (Krankengymnastin) und ein kleiner (zunächst unbewusster) Grund für meinen bedeutend jüngeren Partner ist bestimmt, dass ich es nicht nochmal ertragen könnte den Tod eines Partners mitzuerleben. Wobei das Alter nicht zwingend dafür sorgt dass dies nicht der Fall sein wird. (Ich könnte "sehr gut" damit leben wenn sich mein Partner von mir trennen würde ... hab aber absoluten Horror davor wenn er vor mir sterben würde ... eine Trennung würde auch nie von mir ausgehen ) Richtige Antwort auf deinen Post bestimmt in den nächsten Tagen
edit: Ja, auch wenn es bestimmt viele nicht verstehen: warum ich diesen Thread eigentlich aufgesucht hab: ich brauch Kraft/Mut um allgemein mit Tod besser umgehen zu können.

Geändert von hexe_isora (28.02.2009 um 02:03 Uhr)
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Alt 28.02.2009, 06:47   #9 (permalink)
Uwe
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Uwe, wir beiden teilen nicht nur den gleichen Vornamen und das gleiche Land in dem wir leben...

Ich bin ebenfalls 46. Meine Frau ist 17 Jahre jünger als ich und ich habe einen kleinen Sohn, der am 1. Mai 4 wird. Und als ich letztens diese Sache mit den Ödemen hatte (ich hab sie ja immer noch), da ging mir auch oft ähnliches durch den Kopf wie Dir. Ebenso war es vor paar Jahren, als es meiner Firma richtig schlecht ging und ich ebenfalls meine Familie nicht mehr ernähren konnte. Da fühlt man sich als Mann so richtig übel. Das liegt einfach in unseren Genen...

Ich kann Dir nur sagen, dass Du garantiert einen Weg finden wirst mit Deiner Krankheit zu leben und Nischen zu entdecken, um Dein Leben auch lebenswert zu halten. Du wirst auch Möglichkeiten finden, noch den einen oder andern Euro zu verdienen und so doch zum Einkommen aktiv beizutragen. Aber das alles wird Zeit kosten. Hab Geduld... und freue Dich, dass Du eine Partnerin an Deiner Seite hast, die auch schwere Wege mit Dir gemeinsam geht! Meine Frau tut das auch, und das macht mich sehr froh.

LG Uwe
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Alt 03.03.2009, 17:59   #10 (permalink)
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Heute möchte ich gern unserem lieben Drachen Mut machen.

Manchmal gibt es eine Zeit im Leben, in der einem alles so schwierig und kompliziert erscheint. Die Last der Welt scheint auf den eigenen Schultern zu liegen, die Probleme vermehren sich anstatt gelöst zu werden und keiner ist da, der einem mal was abnimmt. Man fühlt sich ununterbrochen gefordert und oft genug überfordert. Nicht mal im Schlaf ist ausreichend Erholung zu finden.

Und dann - wie aus heiterem Himmel - taucht plötzlich Licht auf. Irgendwas zündet eine kleine Kerze im Kopf an. Vielleicht ein besonders nettes Lächeln, vielleicht ein "ich hab Dich lieb, Mami", vielleicht ein leidenschaftlicher Triller des Amselmännchens auf dem Baum vor dem Haus. Es wird nicht unbedingt sofort das ganze Unglück von der Sonne überstrahlt und unsichtbar - aber es sieht heller aus, freundlicher und das warme Licht gibt ein wenig mehr Energie. Und so wie sich davor ein Teufelskreis aus Kummer, Überlastung und Schlaflosigkeit gedreht haben mag, so kann sich jetzt ein positiver Kreis in Bewegung setzen. Man hat ein klein wenig mehr Kraft und schon wiegt die Last etwas weniger.

Wenn ich hier jetzt eine Sonne hätte, würde ich sie Dir schicken. Hab Mut!
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