Hallo,
mein heutiges Jubiläum würde ich gern mal zum Anlaß nehmen, über den Sinn eines Forums wie unserem nachzudenken.
Als ich vor drei Jahren begann, meinen Ausstieg aus der Abhängigkeit zu planen, habe ich mich erst mal wie eine Wilde durchs Internet gewurschtelt. Ich wollte so viele Informationen wie möglich haben, ich wollte mich gut vorbereiten (Ich bin eher der Planer

). Bis dahin war ich noch nie in einem Forum, ich hatte noch nie gechattet und ich fand das alles auch total doof.

Immerhin bin ich keine dreißig mehr und eben nicht mit all dem selbstverständlich aufgewachsen.
Aber gut, zunächst habe ich auch eher so Informationsseiten angeklickt, die Deutsche Krebshilfe etwa oder die Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und natürlich das unvermeidliche Wikipedia. Per Zufall stieß ich dann auf ein Forum - und fühlte mich auf Anhieb sauwohl dort. Ich las zunächst als Gast mit. Der Ton war freundschaftlich, die Tipps sehr hilfreich, die Unterstützung war gut. Irgendwann habe ich mich dann angemeldet und beteiligt, Fragen gestellt, meine Ängste geäußert, mein Startdatum festgelegt.
Als ich endlich die letzte Kippe ausgemacht hatte, war ich täglich mehrere Stunden im Forum. So oft ich nur konnte, schrieb ich, fragte ich, jammerte, prahlte mit meinen kleinen Erfolgen, tauschte mich mit den Leuten dort aus. Es war fast wie eine zweite Familie. Es gab Enttäuschungen, es gab auch mal Krach, darunter litt ich immer gewaltig. Mit der Zeit konnte ich eine gesunde Distanz einhalten. Aber bei jeder Schmachtattacke, bei jedem Problem rund um's NMR war das Forum meine erste Anlaufstelle. Und es wurde mir oft geholfen. Bald konnte ich etwas zurück geben, es kamen andere Neue, wieder Menschen die eben erst am Anfang standen und ich hatte ja schon 30 oder 50 oder 100 grüne Tage. So manche habe ich unter meine Fittiche genommen, mal mehr, mal weniger erfolgreich.
Das Forum hat sich verändert, einige mir wichtige Menschen haben es verlassen, es hatte irgendwann nicht mehr den vertrauten Stallgeruch. Ich bin gegangen und hier gelandet, schon kurz nachdem Uwe das eingerichtet hatte. Danke nochmal dafür, Uwe.
Heute bin ich seit 1000 Tagen rauchfrei und ich bin ziemlich sicher, daß ich das ohne ein Forum und die Menschen dort nicht geschafft hätte. Ein Forum bietet alles, was weiter hilft. Es gibt hier:
Gute, konstruktive Ratschläge
Verständnis
Solidarität
Auch mal einen Knuff, wenn es nötig ist
Viel Informationen über das Thema Sucht, Nikotin, Entwöhnung
Was zu Lachen
Ablenkung
Immer wieder sehr gute Denkanstöße
Die Chance, über andere Menschen was zu lernen.
Ich kann jedem, der gerade noch am Anfang seines Rauchfreiprojektes steht, nur raten: Nutzt das Forum so oft es geht oder nötig ist. Es hilft. Wirklich. Egal, welchen Teil Ihr besonders gut findet, nutzt ihn. Es muß auch nicht jeder alles gut finden und es wird auch Leute hier geben, die Euch weniger sympathisch sind - manchmal steckt einem so ein Beitrag auch echt quer im Hals. Aber das macht nichts. Das ist ja im "wirklichen" Leben ganz genauso.
Also: lest, so viel Ihr könnt. Stellt Fragen, wenn Ihr welche habt. Versucht, die Highscores in der Spielhalle zu knacken, wenn die Sucht anklopft. Nur vielleicht nicht gerade meinen.

Erzählt von Euch, wenn Ihr wollt. Beteiligt Euch oder auch nicht. Je nachdem, was gut tut.
Viele liebe Grüße und toitoitoi für Euch alle!
Jede einzelne nichtgerauchte Zigarette ist es wert.
Marion