Hallo zusammen!
Wenn ich so din mein Umfeld schaue bin ich oft erschüttert darüber, wie schwer es vielen fällt, das Rauchen aufzugeben, wie sie kämpfen und leiden und jammern und klagen - und leider oft genug schwach werden. Dabei spielt sich der ganze Kampf nur im Kopf ab...
Dabei stelle ich mir die Frage: Was hat es mir so leicht gemacht? Zum einen die Angst vor Krankheit und Tod. Mit 45 denkt man nach 30 Jahren Rauchen immer öfter an die Folgen. Und als ehemaliger Krankenpfleger weiß ich nur zu genau, wie sie aussehen und sich anfühlen...
Zum anderen war da mein kleiner Sohn, für den ich gesund bleiben möchte. Auch das ein starker Grund! Mein Sohn soll später nicht sagen müssen, dass sein Papa sich totgequalmt hat!
Und letztlich ging es mir denkbar schlecht. Beruflich lief nichts mehr zusammen, alles brach auseinander, was ich in Jahren aufgebaut hatte. Meine Familie litt darunter und ich ebenso. Ich saß nachts bis 5 Uhr und länger am PC, starrte auf den Monitor und kapselte mich völlig ab. Um mich herum fand das Leben statt, aber nicht mehr mit mir. Das ging fast 2 Jahre so bzw. wurde immer schlimmer.
Eines Tages dann, als ich auf dem Tiefpunkt angelangt war, wusste ich, dass ich mein Leben massiv ändern muss, sonst könnte ich mir auch gleich einen Strick nehmen, was ich aber nie tun würde...
Ich hörte also auf zu Rauchen. Von jetzt auf Gleich, ohne Kompromisse, ohne Hilfsmittel, ohne Hintertüren. Ich warf meine Pfeifen weg, die Aschenbecher, alles was mit dem Rauchen zu tun hat. Und ich entdeckte dieses großartige Forum hier mit all seinen lieben und hilfsbereiten Menschen.
Nun das war der erste Schritt. Danach folgten weitere: Ich ließ mich gründlich untersuchen, begann langsam wieder Sport zu machen, stellte die Ernährung um, machte wieder mehr draußen und mit meiner Familie. Dann merkte ich, dass es auch beruflich irgendwie wieder besser lief. Ist man gut gelaunt und motiviert, dann fällt einem vieles eben auch leichter... Und als vorläufig letztes kam dann der Umzug nach Teneriffa. Das war dann so der vorläufig krönende Abschluss
In all der Zeit ging es mir nie schlecht, habe ich nie wirklich gekämpft oder gelitten. Warum? Weil ich es nicht zugelassen habe. Der Kampf findet im Kopf statt. Wenn ich aber selbst von einem Kampf spreche, dann gestehe ich der Sucht mehr Raum zu als ihr zusteht. Deshalb habe ich es konsequent abgelehnt zu leiden. Wenn der Schmacht kam habe ich tief durchgeatmet, dreimal scheiße gesagt und mich abgelenkt. Fertig. Nicht mehr und nicht weniger. Ich bin nicht rumgerannt und hab nervös an Kugelschreibern gekaut. Ich hab das einfach nicht an mich rangelassen. Ich habe mir immer wieder gesagt, dass ich Herr meines Kopfes bin, dass ich nicht leide und es mir nicht schwer fällt, dass ich stärker bin als jede Sucht.
Es hat geklappt wie man sieht. Ich habe nichts besonderes getan. Aber eines doch: Ich habe der Schwäche keinen Raum gelassen. Ich bin stark gewesen und habe nicht gelitten oder ein Leiden zugelassen. Wenn man selbst sagt, dass man leidet, macht man es sich schwer. Und wer will schon leiden?
Irgendwo habe ich mal gelesen "Wenn man das Gefühl hat etwas wertvolles aufzugeben, dann wird man es nicht schaffen Nichtraucher zu werden. Denn dauerhaft will niemand auf etwas Liebgewonnenes verzichten".
Ebenso ist es aber auch mit dem Kampf! Je mehr Raum man dem Kampf gibt, je mehr man sich in ein Leiden steigert und es zulässt, je weniger man stark sein kann sondern sich von Tag zu Tag schleppt, desto schlechter sind die Chancen es zu schaffen. Denn eigentlich sollte jeder neue Tag die Sache leichter und schöner machen!
Worte können schlecht motivieren, schon gar nicht wenn es so unpersönlich geschieht wie hier. Aber vielleicht können sie euch auf einen anderen Gedanken bringen:
Ihr selbst bestimmt, wie sehr ihr leidet oder euch freut!
Hört sich an wie ein platter Spruch aus der Werbung? Ist es aber nicht. Ich habe auf diese Weise aufgehört ohne den Kippen auch nur eine einzige Träne nachzuweinen.
Ich drücke euch die Daumen, wünsche euch Kraft und Motivation. Ihr leidet nicht, ihr befreit euch!
Liebe Grüße
Uwe