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29.11.2009, 22:05
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#1 (permalink)
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Gesperrt
Registriert seit: 28.11.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 31
Rauchfrei seit: 906 Tag(en)
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Das ist Sucht
Als Teenie fühlte ich mich wie ein Rebell. Und Rebellen 'brechen Gesetze'. Wir waren auf dem Schulklo, zu dritt in einer Kabine, rauchten, fanden uns cool, standen auf der Kloschüssel, damit die Lehrerin uns nicht finden konnte.
Wir wurden nie erwischt und der Reiz des Verbotenen war stärker als das Kotzen nach meinen ersten Lungenzügen.
Ich wollte einfach dazugehören in einer Welt, die ich nicht verstanden habe.
Meine Eltern, beides starke Raucher damals, standen mir machtlos gegenüber. Und ich verstand nicht, daß ich bald machtlos gegenüber den Zigaretten wurde, aber es spielte keine Rolle, ich war jung, ich war gesund, ich machte Leistungssport, ich lebte die Illusion, daß Rauchen nicht schadet.
Das ist Sucht.
Sehr viele Jahre später. Mein Vater hatte das Rauchen inzwischen aufgegeben nach einem leichten Herzinfarkt.
Dann ein Anruf.
Mein Vater hätte in der Arbeit einen neuen Herzinfarkt bekommen.
Wir, meine Mutter und ich, fahren hin.
Wir dürfen den Raum nicht betreten.
Hören den Defibrillator. Mehrmals.
Sehen, wie sie meinen Vater mit der Tragbahre in den Krankenwagen bringen, uns sagen, am Abend sollen wir ins Krankenhaus kommen.
Als der Krankenwagen mit Blaulicht davonfuhr, zündeten sich meine Mutter und ich eine Zigarette an.
Das ist Sucht
Wir fuhren ins Krankenhaus.
Wir wurden zur Intensivstation geführt, mehr Schläuche als Vater.
Mein Vater im Koma nach 5 Minuten Herzstillstand. 5 Minuten tot und nun sollten Maschinen ihn am Leben erhalten.
Als wir das Krankenhaus verließen, rauchten wir eine
Das ist Sucht
Mein Vater kam aus dem Koma zurück, kam auf Reha für Menschen mit Gehirnschaden, er mußte alles neu lernen. Er kannte uns nicht mehr. Er wußte nicht mehr, was er arbeitete, wo er wohnte, er konnte kaum sprechen. Aber das erste das er fragte: Wo sind meine Zigaretten.
Das ist Sucht.
Er kann nicht mehr arbeiten, er wird nie wieder der Mensch sein, der er war, aber meine Mutter und ich rauchten weiter.
Vor etwa 5 Jahren brachte ich meine Mutter ins Krankenhaus. Verdacht auf Lungenkrebs. Als ich sie dort ablieferte und wieder nach Hause fuhr, rauchte ich eine.
Das ist Sucht.
Vor kurzem erhielt ich die Nachricht einer Email-Freundin, daß ihre Schwägerin in der Nacht aufgehört hatte zu atmen. Daß sie im Koma läge auf der Intensivstation und nicht mehr erwachen würde. COPD mit 40.
Während ich das las, rauchte ich.
Das ist Sucht.
Ich habe Angst, weil ich die Wahrheit des Rauchens schon längst nicht mehr verdrängen kann. Weil ich mir das Rauchen längst nicht mehr so schönreden kann wie einst. Weil ich aufhören will, aber es nicht schaffe :'(
Das ist Sucht
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Die folgenden 4 User sagen BadTölz Danke für dieses Posting:
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29.11.2009, 22:21
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#2 (permalink)
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Gast
Beiträge: n/a
Rauchfrei seit: 15484 Tag(en)
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... und ich wünschte mir, dass das einige Nichtraucher lesen, damit sie endlich verstehen und begreifen.
Damit auch sie, den Raucher ernst nehmen und ihn bei seinem NMR unterstützen.... all die Sprüche "stell dich nicht so an", oder hör doch einfach auf machen es einem bestimmt nicht leichter.
Wenn auch Nichtraucher verstehen was wir NMR wirklich tun,
nämlich von einer heftigen Sucht loskommen,
könnte ihre Unterstützung es manch einem ein Stückchen leichter machen.
Und trotzdem findet man hier im Forum Menschen die es geschafft haben. Jeder glaubt am Anfang immer, dass niemand soooooooooo leidet wie man selbst, das niemand soooooooooooo abhängig ist wie man selbst und das es niemanden soooooooooooooooo schwer fallen wird wie einem selbst wenn man aufhört. Doch wenn man aufmerksam liest stellt man fest, man ist nicht allein. Hier gibt es Leute die haben länger und noch mehr geraucht als man selbst und auch die haben es geschafft. Das macht Mut und weckt den Ehrgeiz, wenn die das geschafft haben, schaff ich es auch.
UND DU SCHAFFST DAS AUCH
Lieben Gruß
Romy
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Folgende User sagen Danke für dieses Posting
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29.11.2009, 22:33
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#3 (permalink)
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Schon länger dabei
Registriert seit: 19.11.2009
Beiträge: 65
Rauchfrei seit: 940 Tag(en)
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Bewegend, sehr bewegend BadTölz aber wie du selbst geschrieben hast ...
Das ist Sucht
__________________
Nie wieder einen Zug
Gruß Farron
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29.11.2009, 22:34
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#4 (permalink)
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love2run
Registriert seit: 24.07.2009
Ort: rhein-neckar
Beiträge: 1.472
Rauchfrei seit: 1038 Tag(en)
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erst mal danke an euch beide,
grad ist mir wieder klar, warum ich hierher immer wieder zurück muss: weil man ab und an wieder ganz klar sieht, worum es eigentlich geht - nach einer reihe von rauchfreien tagen, kann das dann auch mal verschwommen werden.
aber romy, ich glaube nicht, dass wir zuerst das verständnis der nichtraucher brauchen, zunächst, so finde ich, müssen wir uns selbst verstehen.
@ bad tölz: klar kannst du das schaffen. du weisst genau, worum es dir geht - du kannst das, keine frage.
tina
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29.11.2009, 22:43
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#5 (permalink)
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Gesperrt
Registriert seit: 28.11.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 31
Rauchfrei seit: 906 Tag(en)
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>Jeder glaubt am Anfang immer, dass niemand soooooooooo leidet wie man selbst, das niemand soooooooooooo abhängig ist wie man selbst und das es niemanden soooooooooooooooo schwer fallen wird wie einem selbst wenn man aufhört.
ich fühle mich ertappt
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29.11.2009, 22:45
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#6 (permalink)
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Gast
Beiträge: n/a
Rauchfrei seit: 15484 Tag(en)
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Da geb ich dir recht Tina, wir brauch nicht zuerst das Verständnis der Nichtraucher.
Was mir nur so gegen den Strich geht ist, dass Nichtraucher das Nicht Mehr Rauchen generell so verharmlosen, so als wäre es das einfachste von der Welt.
Jeder gesteht einem Menschen, der auf Entzug ist ein gewisses Verhalten zu. Hört man auf zu Rauchen ist das in vielen Augen kein Entzug sondern nur das ablegen eines blöden Lasters oder einer Angewohnheit.
Und da würd ich mir gern ein wenig mehr Rücksichtnahme und Verständnis wünschen, schließlich haben auch die Nichtraucher in unserem Umfeld was davon wenn wir es schaffen.
Ich würde den NMR Erfolg nicht davon abhängig machen aber dennoch könnte es ein bisschen angenehmer sein.
Gruß
Romy
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29.11.2009, 22:50
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#7 (permalink)
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Gast
Beiträge: n/a
Rauchfrei seit: 15484 Tag(en)
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Nicht schlimm Bad Tölz....
da sieht man doch nur, dass (Ex)-Raucher alle ähnlich ticken...
... man wird dich hier im Forum verstehen und dir helfen.
Wir alle halten dir die Hand hin, du musst sie nur nehmen.
Romy
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29.11.2009, 22:54
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#8 (permalink)
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Schon länger dabei
Registriert seit: 19.11.2009
Beiträge: 65
Rauchfrei seit: 940 Tag(en)
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Zitat:
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Zitat von Romy72
Was mir nur so gegen den Strich geht ist, dass Nichtraucher das Nicht Mehr Rauchen generell so verharmlosen
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Was mir gegen den Strich geht ist ...
das fast grausamere Verhalten der NMR gegenüber den Rauchern, schlimmer als jeder Nichtraucher
Wie heisst es in dem Sprichwort, welches auch für NMR zu trifft ...
" Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche".
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Nie wieder einen Zug
Gruß Farron
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29.11.2009, 22:58
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#9 (permalink)
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love2run
Registriert seit: 24.07.2009
Ort: rhein-neckar
Beiträge: 1.472
Rauchfrei seit: 1038 Tag(en)
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Zitat:
Zitat von Romy72
Was mir nur so gegen den Strich geht ist, dass Nichtraucher das Nicht Mehr Rauchen generell so verharmlosen, so als wäre es das einfachste von der Welt.
Jeder gesteht einem Menschen, der auf Entzug ist ein gewisses Verhalten zu. Hört man auf zu Rauchen ist das in vielen Augen kein Entzug sondern nur das ablegen eines blöden Lasters oder einer Angewohnheit.
Und da würd ich mir gern ein wenig mehr Rücksichtnahme und Verständnis wünschen, schließlich haben auch die Nichtraucher in unserem Umfeld was davon wenn wir es schaffen.
Ich würde den NMR Erfolg nicht davon abhängig machen aber dennoch könnte es ein bisschen angenehmer sein.
Gruß
Romy
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romy,
da geb ich dir jetzt wieder recht. menschen die nicht geraucht haben, haben einfach keinen schimmer, worum es geht. allerdings bilden sich ja auch so manche raucher ein, sie könnten sofort aufhören, wenn sie wollten.
scheinbar hat das rauchen in unserer gesellschaft einen ganz eigenen status. selbst der alkohol, der ja bei uns gesellschaftlich ganz problemfrei durch die reihen geht, ist als sucht doch mehr erkannt, als das rauchen.
komisch eigentlich!!!
klar, ich hätte mir von meinen jungs auch mehr anerkennung gewünscht, aber sie rauchen ja gottseidank alle nicht und ich habe sie auch nicht vollgequalmt und nicht gefragt, ob ich aufhören soll.
nichtraucher haben so gar keinen plan, warum raucher rauchen. und ganz ehrlich, erst seit ich nichtmehrrauche, bekomme ich so eine art ahnung davon, warum ich das gemacht habe...
aber ich habe euch, wir haben uns, für die unterstützung, für die anerkennung, für die hilfe wenn es schwer wird -da ist ein nr eh völlig unbrauchbar.
sieh es ihnen einfach nach.
lg
tina
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29.11.2009, 23:04
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#10 (permalink)
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Gesperrt
Registriert seit: 28.11.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 31
Rauchfrei seit: 906 Tag(en)
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wer mich aktuell irre macht, ist eine Arbeitskollegin, die vor kurzem aufgehört hat zu rauchen und nun auf eine Art übers Nichtrauchen redet und jeden Raucher schon vor ihrem Aufhören versucht hat zu zwingen, mitzumachen.
Sie redet entweder im Moment gar nicht oder völlig euphorisch über das Buch von Carr und ich werde das Gefühl nicht los, *räusper*, daß sie inzwischen heimlich wieder raucht, weil sie sosehr versucht, uns alle und sich selbst zu überzeugen.
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